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Zugängliche Intelligenz

Wer eine Anwendung nutzt, muss meist erst ihre Bedienung lernen. Was verändert sich, wenn wir erklären können, was wir brauchen, und die Anwendung ihre Bedienung, Ansichten und Werkzeuge darauf abstimmt?

Nathan Delacrétaz, Ph.D.··5 Min.
Abstrakte matte Schichten und sanfte Wellen in Perlweiss, Silbergrau und Graphit

Wenn Sie einen Kollegen nach einer Liegenschaft fragen, erklären Sie ihm selten, welchen Ordner er öffnen oder welchen Filter er anwenden soll. In einer Anwendung fallen diese Schritte oft Ihnen zu: Sie wissen, was Sie brauchen, müssen aber erst lernen, wie Sie über Menüs und Schaltflächen danach fragen.

Zu wissen, wo man klicken muss, ist zu einer beruflichen Fähigkeit geworden. Im Büro weiss jemand, wie sich ein bestimmter Bericht aus dem System abrufen lässt; alle anderen fragen diese Person.

In diesem Artikel möchte ich zeigen, wie sich Anwendungen an uns anpassen können, von der Art, wie wir eine Anfrage stellen, bis zu den Werkzeugen, die wir nutzen.

Eine Kollegin, die immer mit derselben Tabelle antwortet

Stellen Sie sich eine Analystin vor, die auf jede Anfrage dieselbe Tabelle schickt. Sie fragen, welche Liegenschaften Aufmerksamkeit erfordern; sie sendet die vollständige Übersicht. Sie bitten um eine kurze Erklärung; sie schickt die Tabelle erneut. Die Angaben stimmen, doch etwas Brauchbares daraus zu machen, bleibt Ihre Aufgabe.

In der Zusammenarbeit passt sich eine Kollegin an: ein ausführlicher Vergleich für einen Analysten, eine Empfehlung für den Ausschuss, eine Erklärung zu einer unbekannten Kennzahl. Ihr Wissen bleibt dasselbe; wie sie hilft, richtet sich nach Ihrem Bedarf.

Die Benutzeroberfläche einer Anwendung (ihre Ansichten, Bedienelemente und Gespräche) bestimmt, wie wir sie nutzen. Üblicherweise legen die Gestalter diese Möglichkeiten im Voraus fest; eine anpassbare Oberfläche kann ihre Anordnung auf die Person und die Aufgabe abstimmen.

Mit dem Computer zu sprechen ist bereits möglich

Mit dem Sprachmodus von Codex können Sie bereits sprechen, Antworten hören und einen laufenden Auftrag besprechen: den Fortschritt erfragen, eine Anfrage präzisieren oder die Richtung ändern. Wie bei der asynchronen Intelligenz geht die Arbeit weiter, und Sie nehmen das Gespräch bei Bedarf wieder auf.

Auch die Ausgabe sollte zur Aufgabe passen. Niemand möchte sich die Namen von fünfzig Liegenschaften vorlesen lassen, wenn eine Karte den Vergleich verständlich machen würde.

Eine Oberfläche, die Sie mitgestalten

Eine generative Benutzeroberfläche (oft als gen-UI bezeichnet) ist eine Ansicht oder ein Werkzeug, das passend zu Ihrer Anfrage zusammengestellt wird. Ein Agent wählt Elemente wie Tabellen, Karten, Filter und Zeitachsen aus und verbindet sie anhand der verfügbaren Informationen. Sie beschreiben, wie Sie arbeiten möchten, auch wenn die gewünschte Ansicht nie als feste Option vorgesehen war.

Das kann eine kompakte Tabelle sein, in der jede Quelle leicht erreichbar ist, oder eine Karte mit wenigen Erklärungen, die nur die Entscheidungen hervorhebt, die Ihre Aufmerksamkeit benötigen. Durch Anfragen und Anpassungen gestalten Sie die Ansicht und legen fest, welche wiederkehrenden Einstellungen sich die Anwendung merken soll. Anordnung, Detailtiefe und Bedienelemente können so den Bedürfnissen und Vorlieben jeder Person folgen.

Léa wünscht sich ihre eigene Arbeitsansicht

Zurück zu Léa, unserer Portfolioanalystin. Ihr Team teilt die Arbeit auf und prüft sie, arbeitet weiter, während sie anderweitig beschäftigt ist und baut wiederverwendbare Informationen auf. Es hat inzwischen die Renovierungsarbeiten verglichen, die sich auf die Mieterträge des kommenden Jahres auswirken könnten.

Sie öffnet die Übersicht und fragt:

«Zeigt mir die Liegenschaften, bei denen genehmigte Arbeiten mit dem Auslaufen eines Mietvertrags zusammenfallen. Lasst die ungeklärten Fälle sichtbar.»

Der Agent erstellt eine Seite mit den nach Regionen gruppierten Liegenschaften, einer Zeitachse und den betroffenen Mieterträgen. Léa präzisiert: «Setzt die Zeitachse an die erste Stelle, zeigt die Quellen neben jeder Zahl und lasst mich nach Renovierungsphase filtern.» Diese Ansicht behält sie für ihre morgendliche Übersicht bei; neue Informationen werden geprüft und laufend ergänzt.

Für den Ausschuss könnte sie ein Werkzeug anfordern, das zwei Renovierungszeitpläne vergleicht, mit anpassbaren Annahmen und deren Folgen nebeneinander. Wenn Agenten solche Ansichten zusammenstellen oder den Code dafür schreiben, sinkt der Entwicklungsaufwand so weit, dass sich ein Werkzeug auch für eine einzelne Entscheidung lohnt.

Zugänglichkeit für jede Person

Ihre Führungskraft führt eine Liste der Entscheidungen und der jeweils verantwortlichen Personen. Eine andere Analystin bevorzugt eine Karte, obwohl sie dieselbe Rolle wie Léa hat. Ein Ausschussmitglied liest auf Französisch; ein neuer Kollege lässt sich unbekannte Begriffe erklären. Alle nutzen dieselben geprüften Informationen über Ansichten, die sie unabhängig voneinander gestalten können.

Eine Person mit Sehbehinderung bevorzugt möglicherweise eine vergrösserte Tabelle oder eine gesprochene Erklärung. Ein Kollege, dem die Bedienung einer Maus schwerfällt, muss die Überprüfung mit der Tastatur oder per Sprachbefehl durchführen können. Alle sollen weiterhin Zugang zu den Quellen und Entscheidungen haben, die sie für ihre Rolle benötigen.

Auch Léas Bedürfnisse ändern sich im Tagesverlauf: eine gesprochene Zusammenfassung auf dem Telefon, ein Vergleich am Schreibtisch, eine gemeinsame Ansicht im Ausschuss. Der Auftrag muss dabei über Geräte und Ansichten hinweg erhalten bleiben. Diese Oberflächen müssen weiterhin mit assistiven Technologien und den Menschen, die sie nutzen, getestet werden; eine generierte Seite ist nicht automatisch barrierefrei.

Was verlässlich bleiben muss

Eine Anwendung, die vertraute Bedienelemente ständig verschiebt, wird schwieriger zu nutzen. Sie kann Léa ihre übliche Mietvertragsübersicht als Startansicht anbieten, doch Léa muss die Änderung ablehnen oder rückgängig machen können.

Für die Fakten gilt dieselbe Sorgfalt. Ein Budget, das auf Genehmigung wartet, behält diesen Status in einer Tabelle, einer gesprochenen Antwort und einer Zusammenfassung. Umstrittene Zahlen bleiben gekennzeichnet, Zugriffsrechte gelten weiterhin, und über eine Ausgabe zu sprechen, bedeutet niemals, sie freizugeben.

Die Organisation hinter diesen Ansichten ermöglicht diese Verlässlichkeit: gemeinsame Definitionen, geprüfte Berechnungen und klare Verantwortlichkeiten halten die Arbeit konsistent, auch wenn sich ihre Darstellung verändert.

Intelligenz zugänglich machen

Im Verlauf dieser vier Artikel hat Intelligenz eine Organisation, Zeit zum Arbeiten und eine Informationsgrundlage erhalten. Anwendungen mit AI machen diese Fähigkeiten über Gespräche, Sprache, eine Arbeitsansicht oder ein Werkzeug für eine bestimmte Entscheidung zugänglich. Diese Formen sollten mit den Bedürfnissen der Menschen vielfältiger werden.

Mich interessiert, wie viel mehr jemand wie Léa damit untersuchen, verstehen und voranbringen kann, mit der Organisation an ihrer Seite. Ein gut gestaltetes Dialogfenster eröffnet einen Zugang dazu; der Anspruch reicht bis zu allem, was die Anwendung ihr ermöglicht, unabhängig davon, wie sie mit ihr interagieren möchte.

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